Bericht über unsere Reise nach Wolfenbüttel
und zu Salzgitter-Flachstahlwerke GmbH am 04 + 05 Juli 2007
Durch Einbringen von Pellets (aufbereitetes Eisenerz) Koks, Kalk und weiteren Einsatzstoffen, wird im Hochofen unter großer Hitze (ca. 1400 ºC) Roheisen erschmolzen. Das Roheisen fließt in Torpedowagen und wird so zum Stahlwerk transportiert.
Die bei der Roheisengewinnung entstehende Schlacke wird zu Mineralgestein und Hüttensand verarbeitet und wird u.a. im Straßenbau eingesetzt.
Erstaunlich ist die Entwicklung hinsichtlich der Arbeitsplatzgestaltung. Lärm und Hitze wurden durch Abdeckungen der Gießrinnen fast völlig eingedämmt. Staubemissionen durch leistungsstarke Filter gegen „0“ gebracht. Immerhin sind bis zu 10 t Staub täglich zu bewältigen. Eine wirklich reine Atmosphäre auf der Arbeitsbühne!
Im Stahlwerk wird die technologische Weiterverarbeitung des Roheisens vorangetrieben. In großen Pfannen (ca. 210 t Fassungsvermögen) wird dem flüssigen Roheisen durch Zugabe verschiedener Stoffe Schwefel entzogen. Kühlschrott senkt die Temperaturen.
Später im Konverter werden weitere unerwünschte Elemente durch Einbringen von Sauerstoff verbrannt, um so reines Eisen zu gewinnen.
Im dritten Arbeitsschritt, der Sekundarmetallurgie, wird durch Legieren, d.h. durch Zugabe kleinster Mengen verschiedener Zutaten wie: Chrom, Titan und Mangan, um die edelsten zu nennen, erst der Stahl erzeugt, wie ihn der Markt verlangt. In der heutigen Stahltechnologie spricht man von hochfesten Stählen. Hochfest und deshalb bei gleicher Leistung um ein vielfaches leichter als die früheren Stahlsorten.
Hier bei Salzgitter 12.000 bis 13.000 t Stahl pro Tag, unterteilt in 10 bis 20 verschiedene Stahlqualitäten.
Dies alles konnten wir in respektvollem Abstand besichtigen und wurde uns fachkundig vermittelt.
Es ging noch weiter.
In der angrenzenden Stranggießanlage wurden auf drei Kreisbogenanlagen, Radius 10,6 m, Brammen gegossen.
Auf der Gießbühne wird der flüssige Stahl kontrolliert in eine Verteiler-Rinne gegossen, aus dieser Rinne fließt der Stahl blasenfrei in die wassergekühlte Brammenform, Dicke ca. 250 mm, Breite bis zu max. 1880 mm. (Warmbandwalzwerk hat diese Maße,) ( diesen interessanten Teil haben wir leider nicht gesehen.)
Über den Kreisbogen kühlt der Strang ab erhält seine feste Form und kommt als Endlosstrang auf ie Kühlstrecke. Immerhin noch 800 ºC.
Hier wird der Strang auf Brammenlänge geschnitten, um dann im Walzwerk zu Band gewalzt werden.
Das Walzwerk konnte leider wegen routinemäßiger Wartungsarbeit nicht besichtigt werden.
Als Ersatz stand eine Besichtigung der Bandverzinkungsanlage an. In einer hochmodernen, von nur 2 Steuerständen geführten Oberflächenveredelungsanlage durchlief das endlos aneinander geschweißte Kaltband kontinuierlich über horizontale und vertikale Umlenk-Rollen geführt, ein Zinkbad.
Am Ende standen Coils mit bis zu 28 t Gewicht zur Auslieferung bereit.
Damit endete die sehr informative Besichtigung eines Stahlwerkes, das seinen Ursprung in den ehemaligen Reichswerke Hermann Göring im 3. Reich hat.